Zielpublikum sind junge Menschen zwischen 12 und 22 Jahren beiderlei Geschlechts.
In der Adoleszenz, der jugendlichen Lebensphase, stehen junge Menschen vor einer grossen und komplexen Aufgabe:
Der weitaus grösste Teil dieses Entwicklungsprozesses ist von der Gesellschaft vorgegeben, sei dies in der Schule, in der Berufsausbildung oder in der verplanten Freizeit (Sportvereine, Musikunterricht, etc.).
Wichtig für die Persönlichkeitsentfaltung sind aber auch unverplante Freizeit und nicht vorbestimmte Lebensräume, in denen Jugendliche möglichst viel selber bestimmen und gestalten können und in denen sie ihren eigenen Interessen auf ihre Art und Weise nachgehen könenen.
Jugendliche drücken ihr Lebensgefühl aus. Sie tun dies alleine oder in selbst gewählten Gemeinschaften (Peergroups), die zusammengefasst als Jugendkultur(en) oder als verschiedene Jugendbewegungen in Erscheinung treten. Jugendliche wollen zusammen sein, ausprobieren, Grenzen suchen, Feste feiern, Gefühlen Ausdruck verleihen oder ihr Unverständnis gegenüber der Welt (der Erwachsenen) zeigen. Sie bedienen sich dabei verschiedenster Ausdrucksformen, die oft kreativ, mutig und kritisch daherkommen. In der Jugendkultur schimmert das Innovationspotenzial und die Kraft der Veränderung und Erneuerung der Gesellschaft durch. Dies ist nötig, um die Zukunft zu gestalten und das Leben zu bereichern.
Durch die Individualisierung sind Jugendliche heute weniger in traditionelle Lebensformen eingebunden als früher. Der Umstand, dass die soziale Kontrolle durch zunehmende Anonymität und Mobilität abnimmt, führt zum Zerfall von traditionellen Normen und Werten. Dadurch wird die persönliche Orientierung und Identitätsfindung für Jugendliche komplexer und schwieriger.
Die unsichere Lage auf dem Arbeitsmarkt sowie die Knappheit an Lehrstellen fordert Jugendliche in besonderem Masse und setzt diese unter enormen Druck.
Die Familienstrukturen haben sich verändert. So wachsen Jugendliche vermehrt als Einzelkinder, in Patchwork-Familien oder nur mit einem Elternteil auf. Gemeinschaftsgefühl und emotionale Zuwendung suchen Jugendliche deshalb häufig in ihren Peergroups, die nicht selten als Ersatz-Familien dienen.
Die Konsum- und Erlebnisgesellschaft bietet den Jugendlichen eine Vielzahl von Möglichkeiten. Die Aufgabe aus dem Überangebot wählen zu müssen, überfordert allerdings viele und birgt die Gefahr in sich, ohne Kick (wie z.B. Drogen, aussergewöhnliche Erlebnisse oder übermässige Kauflust) nicht mehr auszukommen.
Offene Jugendarbeit bietet vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Analysen junger Menschen einerseits Hilfestellungen in ihrer alltäglichen Lebensbewältigung. Diese hilft Jugendlichen sich in der individualisierten und pluralistischen Gesellschaft zu orientieren. Andererseits hat offene Jugendarbeit zum Ziel, Jugendliche animierend und unterstützend zu Eigeninitiative und Selbstorganisation zu befähigen.
Die Offene Jugendarbeit ist Teil der Jugendpolitik und erfüllt zusammen mit anderen Einrichtungen Sozialisations- und Integrationsfunktionen. In der offenen Jugendarbeit stehen nicht die kontrollierenden sondern die emanzipatorischen Tendenzen im Vordergrund.
Somit gehört zur Aufgabe der offenen Jugendarbeit auch das Erkennen und die Unterstützung des Potentials der Jugendlichen und ihren Ideen. Zeit, Raum und Infrastruktur sind durch die offene Jugendarbeit zu gewährleisten.
- 25.April 8.30Uhr: Weiterbildung in Muttenz (nur mit Anmeldung)
- 16.Mai 9.30Uhr: Treffen in Pratteln
- 20.Juni 9.30Uhr: Treffen in Allschwil
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